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Eine Idee verändert das Leben

Der Aufbruch

Eleonora und Willi Massa

Eleonora und Willi Massa

Als Ende der sechziger Jahre und Anfang der Siebziger, angeregt durch westliche und östliche Meditationslehrer plötzlich überall Meditation aufkam, fand dieser Impuls bei vielen Suchenden ein enormes Echo. Die Sinnfrage, die Sehnsucht nach neuer, innerer Erfahrung führte spontan viele Menschen zusammen. Christliche Wege wurden neu belebt, östliche Wege neu entdeckt.

Pater Lassalle, Graf Dürckheim
In diesem Aufbruch fand sich ein Kreis Gleichgesinnter zusammen um Pater Lassalle und Graf Dürckheim. Es entstand die Idee, ein eigenes Zentrum für Meditation zu gründen. Pater Lassalle suchte Menschen, die ihm halfen, ein solches Zentrum zu führen. Die rechtliche Basis hierzu sollte ein gemeinnütziger Verein sein.

Gründung von Exercitium Humanum e.V.
Im November 1974 gelang die Gründung des Vereins Exercitium Humanum, der Name war zugleich Programm: „Durch spirituelles Training, durch Meditation der ganzheitlichen Entfaltung des Menschen zu dienen.“

Beginn in Tholey – Schaumberg
Nachdem verschiedene Anläufe, ein geeignetes Haus zu finden, gescheitert waren, wurde die ehemalige Bildungsstätte der Benediktiner in Tholey/Saar gefunden. Das Haus wurde für neun Jahre gepachtet mit der Zusicherung einer späteren Pachtverlängerung. Es war in einem miserablem Zustand, Freunde, Fremde halfen spontan mit, es zu reinigen, zu renovieren und für unsere Bedürfnisse einzurichten. So schwer der Beginn war, wir waren glücklich an diesem Ort. Er wurde schnell geistige Heimat für viele.

Gründonnerstag, 25. März 1975
Dieser Tag war gezielt ausgewählt, mit der Arbeit zu beginnen, sollten sich doch alle Aktivitäten orientieren an dem Geschehen, das wir an Gründonnerstag feiern: Wir sammeln uns um Christus, er ist das Zentrum, mit seiner Inspiration stellen wir uns den Menschen zur Verfügung.

Die ersten Mitarbeiter

Die ersten Mitarbeiter
Geschichte der NeumühleWilli Massa, Eleonore Gottfried, Lothar Grabner und Gretel Distelberger (beide aus Österreich) waren die ersten Mitarbeiter, die auf Au Pair-Basis ein Jahr das Zentrum aufbauten und führten. Lothar und Gretel kehrten nach einem Jahr -wie vorgesehen- in ihren Beruf zurück, Willi und Eleonore blieben, um damit den Fortgang der Arbeit zu garantieren. Die Idee, dass jedes Jahr zwei andere Vereinsmitglieder das Zentrum führen würden, ließ sich nicht realisieren. Die Arbeitsbedingungen waren anderen offensichtlich unzumutbar.

Ohne finanziellen Rückhalt
Mutig, ohne finanziellen Rückhalt, aber voller Hingabe an die neue Aufgabe, wurde das Zentrum eröffnet. Mit 5000 DM, die uns jemand auslieh und die wir nach drei Monaten zurückzahlen mußten, begannen wir. Jeder Kurs -alle waren stets ausgebucht- brachte das Geld für den nächsten Kurs. Freunde, Verwandte und viele andere Begeisterte arbeiteten unentgeltlich mit in Küche, Haus und Garten. Es war eine sehr kreative Zeit, voller Mühen und voller Segen.

Verein und Freundeskreis
Geschichte der Neumühle Geschichte der NeumühleNeben dem Verein wurde ein Freundeskreis ins Leben gerufen aus den vielen, die dem Haus und seinem Angebot sehr verbunden waren. Neben finanzieller Hilfe waren es vor allem die innere Unterstützung und Anteilnahme, die uns half, diese schwierige Anfangszeit durchzuhalten. Bis heute sind Verein und Freundeskreis ein wichtiger Rückhalt, ohne die die Arbeit nicht denkbar wäre. In vielen Spendenaufrufen zu Geldern und privaten Darlehen erlebten wir immer wieder eine riesige Unterstützung. So entstand im Laufe der Jahre das Wort „Unser Haus ist ein Haus von vielen für viele“.

Idee und Konzeption

Von Anfang an war die Arbeit sowohl spirituell als auch ökologisch und sozial ausgerichtet. Umweltschonend wurde renoviert und gebaut, der Alltag gestaltet, ein Garten mit biologischem Anbau angelegt und jeder Helfer und Gast in seiner Mitverantwortung für die Schöpfung angesprochen. Vor allem Willi Massa, nicht nur Theologe und Kontemplationslehrer, sondern auch kundig in Heilpflanzen, Bienenzucht und Obstbau unterwies bei der morgendlichen Spaziergängen die Teilnehmer in die Geheimnisse der Natur und öffnete die Augen für deren Schönheit.

Auch der weitere Tageslauf war so gestaltet, daß die Erfahrungen mit der Natur und des miteinander Arbeitens in die Meditation einfließen konnten, sowie in die Morgenandachten mit Bibeltexten, Lied und Gesang und der Friedensmeditation am Abend. Es gehört zum Kursstil, daß jeder nach dem Frühstück bei den anfallenden Arbeiten, die es in Küche, Haus und Garten gibt, mithilft – ein großes Übungsfeld für ökologisches und soziales Handeln.

Was die Arbeit jedoch besonders auszeichnet, ist ihr Wagemut, sich anderen Kulturen, anderem Denken, neuen Erfahrungen zu öffnen. Unsere größte Intension ist es, die unterschiedlichen christlichen Konfessionen einzuladen in gemeinsames Üben, in fruchtbare Dialoge und darüber hinaus auch andere Religionen und ihre Botschaft kennenzulernen. Der Ruf Jesu: „Vater, ich will, daß sie eins seien, wie du und ich eins sind“ ist eingraviert in unserem Holzaltar zu lesen. Diese innere Ausrichtung hat viele große Persönlichkeiten aller Religionen und Kulturkreise weltweit zu uns hingezogen. Es entstanden viele Tagungen mit entsprechenden Vorträgen und Austausch, enorm befruchtende Begegnungen.

Vertrauen in die göttliche Führung
Unserem Tun lag ein großes Vertrauen in Gott zu Grunde. Immer wieder zeigte es sich, wie sehr wir begleitet und unterstützt waren. Aus dem äußeren Nichts des Anfangs entstand ein Werk großer innerer Kraft. Neben der Aufgabe, das Haus in Tholey und später in der Neumühle bewohnbar zu machen, gab es auch viele menschliche Probleme, Krisen und Herausforderungen zu bestehen. Der Entschluß von Willi Massa und Eleonore Gottfried, das gemeinsame Werk als Ehepaar zu führen, war eine der Herausforderungen, die sie sich selbst und anderen stellten. Viele Freunde verstanden diesen Entschluss nicht und zogen sich zurück, andere standen ihnen entschlossen bei.

Leider mußte sich auch Pater Lassalle der kirchlichen Aufforderung beugen, und seine Kurstätigkeit in Tholey aufgeben -ein schwerer Schlag für uns-. Seine persönliche Freundschaft blieb uns zum Glück erhalten.

Die Suche nach einem neuen Ort

Die Suche nach einem neuen Ort
Eleonora und Willi Massa-2Viele Freunde suchten einen neuen geeigneten Ort. Durch einen glücklichen Zufall fand Eleonore Massa in der hiesigen Zeitung die Neumühle. Allerdings war sie eine Ruine und wieder brauchte es den ganzen Mut und die innere Überzeugung, dass es richtig sei, aus dem Ort, einen Platz für unsere Arbeit entstehen zu lassen. Obwohl die Ausgangsbasis mehr als schwierig war, gab es von allen Beteiligten aus Verein und Freundeskreis ein einstimmiges Ja, die Neumühle zu erwerben.

Erwerb und Aufbau der Neumühle
Am 2. Februar 1981 konnten wir die Mühle vom früheren Müllerehepaar erwerben. Der 2. Februar, das Fest Maria Lichtmess sollte Zeichen sein für die Arbeit in der Neumühle. An diesem Fest wird das Erscheinen Christi in der Menschheit gefeiert. Eine großzügige Spende der Kübelstiftung deckte den Kaufpreis ab. Zum Renovieren und Ausbauen war allerdings kein Geld mehr da. Wie immer, wenn etwas richtig ist, kommt auch die richtige Hilfe dazu. Der Freundeskreis und viele andere Helfer und Spender sorgten schrittweise für die Gelder, halfen aber auch mit Herz und Hand und großer Begeisterung mit.

Eintritt in die westliche Orthodoxie

Eintritt in die westliche Orthodoxie
Geschichte der NeumühleDurch eine gute Fügung lernten wir die westliche Orthodoxie mit Sitz in Paris kennen. Wir wechselten in diese Urform katholischen Glaubens, die meinem Mann erlaubte, wieder Liturgie zu feiern, war doch die Liturgie das Herzstück seines Wirkens. Der orthodoxe Bischof von Paris führte ihn wieder in die Ausübung seines Priestertums ein (keine neue Weihe). Die Liturgiefeiern von Willi Massa an den Sonn- und Feiertagen waren für alle Teilnehmer eine spürbare Bereicherung und Bekräftigung ihres religiösen Lebens. Hier sprach ein Mystiker, der die mystische Seite seiner Zuhörer erreichte und die Botschaft Jesu neu erfahren ließ.

Die Krypta
Wieder entstand als erstes eine geistige „Tankstelle“, die Krypta , als Raum zum persönlichen Rückzug. Wirtschaftliches Denken hätte den Ausbau von Gästezimmern bevorzugt. Doch mit dieser Kraftquelle im Haus schritt die gesamte Renovierung der Neumühle zügig voran. Innerhalb von drei Jahren wurde ununterbrochen gebaut, renoviert und eingerichtet. 1990 konnte das 15-jähriges Bestehen der Arbeit den glücklichen Abschluss dieser Aufbauphase feiern. Im Milleniumsjahr 2000 feierten wir das 25. Jubiläum. Im Jahr 2005 konnten wir mit einem großen Fest das 30 jährige Bestehen unserer Arbeit begehen.

Jeweils haben zukunftsweisende Vorträge namhafter Referenten, inspiriende Konzerte und Darbietungen den inneren Reichtum der Neumühle gezeigt.

Weitere Ausbauschritte

Letzter Bauabschnitt
1996 war der Plan gereift, den dringend notwendigen Ausbau des Speiseraums in die Tat umzusetzen. Die lange Planung hat sich gelohnt, der achteckige Pavillon mit Speiseraum, darunter den Gruppenraum und den vier neuen Gästezimmern ist ein gelungenes Bauwerk, das alt und neu harmonisch miteinander verbindet.

Pfingsten 1998 konnte auch dieser Bauabschnitt glücklich beendet werden. Großzügige Spenden und Darlehen helfen die jetzigen Bauschulden allmählich zu bewältigen.

Schwarz-Weiß Bild der Neumühle
Bauarbeiten an der Neumühle
Zwei Männer mit Schubkarre
Das Dach der Neumühle wird fertiggestellt
Letzte Bauabschnitte der Neumühle
Mann lehnt auf Schaufel
Letzte Bauabschnitte der Neumühle
Letzte Bauabschnitte der Neumühle

Besondere Referenten und Freunde der Neumühle

Besondere Referenten und Freunde der Neumühle
Dankbar möchte ich folgende Namen aus der großen Vielzahl internationaler Gäste und Referenten aufführen: Seki Yuho Roshi, Suzuki Roshi, Prabhasha Roshi, Indra Devi, Pater Bede Griffiths, Swami Nityananda, Pater Johnston, Raimondo Panikkar, Gita Mallacz, Pater Sebastian Painadath, Pater Francis D´ Sa, Shalom Ben Corin, Dr. Ingrid Riedel, Dr. Michael v. Brück, Dr. Bettina Bäumer und viele mehr.

v.l.n.rechts: Dr. Michael v. Brück, Pater Bede Griffiths, Dr. Willi Massa

v.l.n.rechts: Dr. Michael v. Brück, Pater Bede Griffiths, Dr. Willi Massa

Bild von Frau Gitta Mallacz

Gitta Mallacz

Bild von Frau Roshi Prabhasha

Roshi Prabhasha

Bild von Frau Indra Devi

Indra Devi

Bild von Dina und Herrmann Rees

Dina und Herrmann Rees

Bild von Herrn Swami Nityananda

Swami Nityananda

Das aktuelle Angebot

Das aktuelle Angebot
In den langen Jahren der Entwicklung des Kursprogramms hat sich eine große Vielfalt ergeben, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Menschen gerecht zu werden. Von strengen Übungskursen bis zu hinführenden Körpertrainings, von Anregung zu heilenden Methoden und kreativen Übungsfeldern reicht das Angebot. So findet jeder einen Einstieg in einen ihm gemäßen Übungsweg.

Neben diesen strengen Kursen bieten wir auch hinführende an, die den seelischen Raum erst einmal vorbereiten, sich der absoluten Stille auszusetzen. Hierzu gehört die Arbeit mit der Schattenseite, das Erkennen der Träume, das Anschauen der Lebensgeschichte und Familienkonstellation. Aber auch Kurse, die verstärkt den Körper mit einbeziehen, gehören seit vielen Jahren dazu, wie Yoga, Eutonie, Feldenkrais, Cranio-Sakral, sakrale Tänze, Atem- und Stimmarbeit, sowie der Umgang mit Heilkräften in Mensch und Natur. Hinzu kommen vertiefende Angebote wie therapeutisches Malen, Ikonenmalen, uvm.
Mit diesem reichhaltigen Angebot wollen wir der Vielfalt der menschlichen Begabungen und Bedürfnisse gerecht werden.

NeuSehLand
Ein besonderes Anliegen sind uns Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien, um ihnen Werte für ihren Lebensweg mitzugeben.
„NeuSehLand“, meint, sich und andere immer wieder neu zu sehen, sich immer wieder neu auf den Weg zu machen, um zu immer neuen, wichtigen Erkenntnissen, Erfahrungen und Handlungen zu finden. Wir fühlen uns den menschlichen Grundwerten verpflichtet: Frieden, Gerechtigkeit und Wohlergehen aller Menschen und dem Schutz der Natur. Wir möchten das Bewußtsein fördern, daß die Zukunft der Menschheit im Miteinander aller Völker, Kulturen und Religionen gestaltet werden muß.

Projektleitung
Marie-Gabriele Massa. Mag. art. Musik- und Tanzpädagogin und Klinik-Clown.

Abschied von Dr.Willi Massa
Am 25. Februar 2001 ist Willi Massa leider einer schweren Krankheit erlegen. Unterstützt vom Team der Neumühle, von Verein und Freundeskreis und im großen Gottvertrauen leitet Eleonore Massa das Zentrum weiter. Die Neumühle ist nach wie vor ein wichtiger Ort für geistig suchende und aufgeschlossene Menschen mit großer Anziehungskraft.

DANK allen,
die das Werden und Bestehen unserer Arbeit ermöglicht haben und weiterhin unterstützen: den Refererenten, den Mitarbeitern, den Mitgliedern in Verein und Freundeskreis, Spendern und Darlehensgebern und allen Kursteilnehmern.

DANK auch allen
unsichtbaren Helfern“, vor allem dem Ursprung des Lebens, dem Allerhöchsten Sein, dessen Treue und Führung wir zu allen Zeiten, besonders in schwierigen spüren konnten.

Wenn einer alleine träumt, bleibt es ein Traum, wenn viele gemeinsam träumen, entsteht eine neue Wirklichkeit.

Die Neumühle ist eine „Wirk-lichkeit“, etwas was wirkt und bewirkt. Möge sie noch lange segensreich wirken.